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Wir finden keine Leute!

#05 in 2020

Erholsamen Schlaf in der Vollnarkose ...

In jedem Unternehmen, bei jedem Gespräch mit einem Verantwortlichen für Personal höre ich früher oder später dieses Mantra „Wir finden keine Leute“, dicht gefolgt von „Dafür haben wir keine Zeit“. Dieses Thema der fehlenden qualifizierten Menschen ist doch ein alter Hut. Das Problem hatte VW schon in den Sechzigern. Abgesondert vom Rest der Gesellschaft mussten Portugiesen und Italiener für kleines Geld als Gastarbeiter die Produktion absichern.

In jedem Jahrzehnt treiben wir diese Sau durch das Dorf. Als Vegetarier heißt es heute vielleicht „jede Saison pflanzen wir eine neue Kartoffelsorte an“. :)

Ja, früher hatte man Personal ...

Und da gibt es noch, eng verbunden mit dem „wir finden keine...“-Ding, die antiquierte Vorstellung von Personal, Angestellten, Mitarbeitern, Arbeitnehmern, Kostenstellen ... Sie kennen das alles zu gut, sind Sie doch selbst ein Objekt dieser Kategorie. Es sei denn, Sie sind der Unternehmer selbst. Und dann kommt noch der Sachverhalt dazu, dass „das Personal“ in der Bilanz auf der falschen Seite untergebracht ist. Schon schräg alles. Sei’s drum, so war es eben bisher. Wir konnten es nicht besser.

Zwei habe ich noch dazu, gerne bei Vorstellungsrunden genommen: „Ich habe 10 Leute unter mir hängen“ oder „ich habe Personal“, schlichtweg in der Inkarnation eines Gutsbesitzers hängen geblieben. Lassen Sie sich ausstopfen und ab ins Museum.
 

Achtung: Ansage für die neue Zeit

Es sickert nur so langsam durch die Lehmschicht im Gehirn von Führungskräften, dass es für mich bei Veranstaltungen in meinem Lieblingsfeld Leadership kaum auszuhalten ist. Räumen Sie bitte eine kleine Zelleinheit in beiden Gehirnhälften frei für frisch formatierte Gehirnwindungen. In Ihrem Unternehmen arbeiten MENSCHEN und sie kommen jeden Tag FREIWILLIG.

Sie sind verantwortungsvolle Subjekte mit dem Willen, bei Ihnen mitzuarbeiten & sich einzubringen. Und JA, sie wollen gesehen werden.

Lesen Sie sich diesen Abschnitt gerne noch einmal durch und spüren mit dem Herzen mal hin ... das fühlt sich doch ganz anders an. Das duftet doch nach WERTSCHÄTZUNG und Aufbruchstimmung wie der Duft von Lavendel im Frühjahr in der Provence.

MAM * meine neue Abkürzung für die neue Zeit

Wenn es schon unbedingt Abkürzungen braucht, was an sich ja irre Zeit spart mit dem Effekt von null Durchblick in der Organisation, dann doch bitte MAM = Mit_Arbeitender_Mensch. Und diese Menschen kommen freiwillig, oder sind in Ihrem Team welche zwangsverpflichtet mit einem Urteil vom Verwaltungsgericht. :)

Und jetzt? Ja klar, es braucht wieder den USB Stick mit dem Release der neuen Zeit. Rein damit! Formatieren Sie sich um, schmeißen Sie den alten Mist raus. Das ist Geschichte. MAM, klingt doch schon weiblicher und erinnert an Mama, oder? Einen Moment bitte, ich muss mich kurz auf den Boden werfen für alle, die glauben jetzt kommt die Esoterikabteilung.

Also ernsthaft, MAM, damit lassen sich doch ganz andere Wörter und Haltungen verbinden. Ein paar Beispiele:

  • respektvoller Umgang
  • Vertrauensvorschuß
  • Einbindung von Ideen
  • ...

Führen Sie die Liste selbst fort. Was wünschen Sie sich, dass hier stehen würde? Wie Ihr Vorgesetzter mit Ihnen umgeht oder wurde er Ihnen nur VOR GESETZT?

Und was hat nun MAM mit dem MANTRA zu tun?

Ja aber jede Menge. Wenn sich Ihre mitarbeitenden Menschen wie MAM’s behandelt fühlen, verhalten sie sich auch so. Und wundersame Brotvermehrung, das Klima verändert sich. Es wird wohliger, herzlicher, kurzum ein Platz zum Wohlfühlen. Ein Ort, welcher alle klimatischen Voraussetzungen für die Entfaltung des persönlichen Potentials anbietet, aber bei googlemaps nicht zu finden ist. Neben ihrem eigenen Bett verbringen Menschen am Arbeitsplatz die meiste Zeit. Und selbstverständlich hat das mit Leistung zu tun und nicht mit Feuchtbiotopen.

Und nun, GANZ WACH SEIN! Schlechtes Klima steht auf der Kündigungsliste, innerlich oder in Wirklichkeit, mit 86% ganz oben bei den MAM’s. Warum soll sich ein Mensch, der sich bei Ihnen wohlfühlt und, ganz wichtig, seinen Job gut macht, denn weggehen? Vielleicht will er sich weiterentwickeln oder ein paar Euronen mehr bekommen, seine Arbeitszeiten felxibler gestalten, sprechen Sie einfach mit diesem Menschen. Seien Sie nah dran. An dieser Stelle mag ich Ihnen eine kurze Geschichte erzählen.

 

Es war einmal in Skandinavien ...

In den ersten Jahren als Unternehmer und Trainer hatte ich bei einem DAX-Konzern im skandinavischen Hauptquartier in Kopenhagen einen 3-tägigen Aufenthalt. Es ging um Persönlichkeitsentwicklung von Führungskräften. Was soll ich sagen, das Gebäude liegt am Hafen, besitzt eine wunderbare Dachterrasse, Gym gehört dazu, Loungeecken rauf und runter, kurzum ein wirklich toller Ort zum Arbeiten für dieses noble Thema. Und das war noch vor der bekannt werdenden New Work Bewegung.

Die Teilnehmer kamen aus Norwegen, Schweden, Finnland und der größte Anteil aus Dänemark. Eine illustre tolle Truppe war das. Die Stimmung hatten meine Sensoren als sehr gut wahrgenommen. Am 1. Abend gab es ein come together mit Hafenblick. Auf einmal waren wir aber fast doppelt so viele Menschen, ah noch ein Seminar. Netzwerkend unterwegs spreche ich den ersten mir unbekannten an. „Auf welcher Veranstaltung waren sie heute?“. Antwort: Keine. Error bei mir. Er unterbricht meinen verstörten Blick und sagt, „Ich bin die Führungskraft von Astrid. Du weißt nicht was hier los ist in Dänemark, richtig?“. Stimmt, erwiderte ich.

„Wir haben de facto keine Arbeitslosigkeit und wenn ein Mitarbeiter kündigt, bleibt der Stuhl leer. Das ist die Wahrheit. Mit Geld kannst du hier keinen mehr locken. Die einzige Chance, die uns bleibt, wir müssen nah dran sein und uns kümmern, kümmern, kümmern“. An dieser Stelle wollte ich ihn schon umarmen...

Kümmerer und 1. Dienstleister :)

Das war immer schon der Weg raus aus dem Mantra. Seit Jahren erzähle ich das rauf und runter bei Veranstaltungen. MAM’s, die einen sich kümmernden Leader haben, bleiben. PUNKT. Und wenn Sie das mit dem Herzen machen, also nicht mit dem Kopf, wird Ihr mitarbeitender Mensch das natürlich in seinem Umfeld herumerzählen, posten und was wir eben so machen in diesen digitalen Zeiten. Und JETZT beginnt die Magie der Brotvermehrung von der klimatischen Brotvermehrung, äh einen im Sinn. Ufff, so viel Brot. Sie bekommen Blindbewerbungen. Menschen, die es nicht so gut haben, wollen wechseln. Und wissen Sie, die letzten 15 Jahre sind es in Deutschland jedes Jahr ca. 85 % der Mitarbeiter, welche keine bis eine geringe emotionale Bindung an das Unternehmen haben. Sehen Sie sich die Gallupstudien doch an.

Das ist die Kurzform. Die Arbeitswelt da draußen ist voll von qualifizierten Menschen, die Bock haben auf Leistung und Entwicklung. Viele wissen nur noch nicht, dass es auch anders gehen kann ... neuer und moderner eben .... new leadership. Und das hat nichts mit der Chance auf den täglichen Obstkorb oder eine Homeoffice Möglichkeit zu tun.

Haltung ist alles!!

Es hat nur mit IHRER HALTUNG als Führungskraft zu tun. Leader der neuen Zeit sagen jetzt: Ja, mache ich schon so. Das ist aber noch ein mikrokleiner Teil in den Führungsstrukturen vom DAX Konzern bis zum KMU.

Praxistipp: Erwischen Sie jeden Ihrer Ihnen anvertrauten Menschen mindestens 1x pro mit 10 bewussten, qualifizierten Minuten aus Ihrem Herzen, von Mensch zu Mensch. Es wird etwas besser werden. I promise you!

Ich bin diesen Weg mit vielen Unternehmen sehr ERFOLGREICH gegangen. Und ich arbeite nur an 2 zentralen Punkten: HALTUNG und BEWUSSTSEIN!

Viel Spaß bei Ihrer persönlichen Potentialentfaltung. Und nur unter uns, es ist mir völlig scheiß egal, ob einem das Personal oder die Mitarbeiter fehlen in Deutschland. In Unternehmen der neuen Zeit werden MAM’s immer in Hülle & Fülle arbeiten wollen und ihr Bestes geben.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, freue ich mich über eine Weiterempfehlung meiner Bloghütte. Schicken Sie mir sehr gerne Ihre Themenwünsche.

DANKE für Ihre investierte Lebenszeit.

Herzlichst,

Uwe

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